Wenn Sie ein Erstgespräch vereinbaren, gibt es dafür in der Regel gute Gründe. Vielleicht erleben Sie seit einiger Zeit Belastungen, die nicht von selbst nachlassen. Vielleicht stehen Sie vor einer schwierigen Entscheidung, fühlen sich erschöpft oder möchten wieder mehr Klarheit gewinnen.
Gleichzeitig ist es ganz normal, vor dem ersten Termin unsicher zu sein. Viele Patient*innen fragen sich, was sie erwartet, wie offen sie sprechen sollen oder wie sie sich vorbereiten können.
Das Erstgespräch bietet einen strukturierten Rahmen um Ihr Anliegen zu besprechen, erste Ziele zu klären und offene Fragen zu beantworten. Sie müssen nichts perfekt vorbereiten – es reicht, mit dem zu kommen, was Sie aktuell beschäftigt.
Im Folgenden erfahren Sie, was typischerweise Inhalt eines Erstgesprächs ist und welche praktischen Hinweise hilfreich sein können.
Worum geht es im Erstgespräch?
Im Erstgespräch stehen drei Aspekte im Mittelpunkt:
💬 Ihr Anliegen
Was belastet Sie aktuell? Seit wann bestehen die Schwierigkeiten? Gibt es bestimmte Situationen oder Auslöser?
Es ist nicht notwendig, Ihre gesamte Lebensgeschichte darzustellen. Wir konzentrieren uns zunächst auf das, was im Moment für Sie relevant ist.
🧭 Ihre Ziele
Was soll sich durch die Therapie verändern?
Mehr Stabilität? Weniger Grübeln? Ein besserer Umgang mit Stress, Angst oder Konflikten?
Auch eine grobe Vorstellung reicht hier völlig aus – Ziele können sich im Verlauf weiterentwickeln. In einigen Fällen ist sogar die Entwicklung eines Zieles bereits das erste Anliegen.
🤝 Rahmen und Zusammenarbeit
Wir besprechen den Ablauf der Therapie, organisatorische Fragen sowie Ihre Erwartungen. Gleichzeitig können Sie prüfen, ob Sie sich in der Zusammenarbeit wohlfühlen.
Wie können Sie sich vorbereiten?
Eine ausführliche Vorbereitung ist nicht erforderlich. Dennoch gibt es einige Punkte, die hilfreich sein können:
📝 Zentrale Gedanken notieren
Stichpunkte können helfen, den Überblick zu behalten:
- Welche Beschwerden oder Belastungen erlebe ich aktuell?
- Seit wann bestehen sie?
- Könnte es benennbare Auslöser geben?
- Was habe ich bisher ausprobiert?
- Was wünsche ich mir von der Therapie?
Kurze Notizen reichen völlig aus.
📄 Unterlagen und Formalitäten
In meiner Praxis erhalten Sie vor dem Erstgespräch in der Regel einen Anamnesebogen, den Therapievertrag sowie Informationen zur Preisgestaltung. Bitte bringen Sie diese ausgefüllt zum Termin mit.
Fragen zu den Unterlagen oder zu organisatorischen Punkten sind jederzeit willkommen – wir klären alles in Ruhe im Gespräch.
💭 Erwartungen reflektieren
Manche Menschen glauben, sie müssten im Erstgespräch sofort alles erzählen oder bereits genau wissen, „was mit mir los ist“. Hier dürfen Sie durchatmen bzw. loslassen. Therapie ist ein Prozess. Das Erstgespräch dient der Orientierung, dem Kennenlernen und dem Klären praktischer Fragen.
Sie entscheiden selbst, was Sie teilen möchten und in welchem Tempo. Dabei gilt: Es ist Ihr Erstgespräch und später Ihre Therapie. Sie dürfen also maßgeblich mitgestalten.
Häufige Fragen vor dem ersten Termin
🔹 „Was, wenn ich nicht weiß, wie ich anfangen soll?“
Das Gespräch wird durch gezielte Fragen strukturiert. Sie müssen keinen fertigen Plan mitbringen.
🔹 „Was, wenn mein Anliegen nicht schwerwiegend genug ist?“
Entscheidend ist Ihr persönlicher Leidensdruck und Ihr Wunsch nach Veränderung.
🔹 „Was, wenn ich emotional werde?“
Emotionale Reaktionen gehören häufig zum therapeutischen Kontext und sind willkommen.
Den ersten Schritt wagen
Es lohnt sich, den Schritt in ein Erstgespräch zu wagen. Schon dieser erste Termin kann Klarheit bringen, Ihre Situation einordnen und erste Anregungen für mögliche Wege geben.
Ich begleite Sie dabei, Ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen, belastende Muster zu erkennen und konkrete Strategien für den Alltag zu entwickeln. Ziel ist, Schritt für Schritt mehr Stabilität, Handlungsspielraum und Verständnis für die eigenen Muster zu gewinnen.
Wenn Sie sich angesprochen fühlen, können Sie hier direkt einen Termin vereinbaren oder mich für ein erstes unverbindliches Gespräch kontaktieren.

